Ein Hund zieht ein: Checkliste für die ersten Tage

Aktualisiert: Jan 3

Das solltest du auf jedenfalls beachten!



 Wenn ein Hund aus dem Tierschutz ins eigene Zuhause zieht, gibt es ein paar Dinge mehr zu beachten, als bei einem gut sozialisierten Hund vom Züchter. Damit die Eingewöhnungszeit so einfach wie möglich, haben wir für Euch hier eine kurze Checkliste erstellt

Hunde aus dem Tierschutz sind kleine Wundertüten. Ihre Vorgeschichte ist meist nicht genau bekannt, oftmals haben sie eine strapaziöse Fahrt aus dem Ausland hinter sich und ihren wahren Charakter zeigen die Fellnasen sowieso erst nach einer gewissen Zeit, nämlich dann, wenn sie sich im neuen Heim wirklich sicher fühlen. Dabei spielen die ersten Tage in der neuen Umgebung eine wichtige Rolle. Der Hund soll so schnell wie möglich merken „hier kann ich endlich zur Ruhe kommen“. Dabei spielen einige Faktoren eine Rollen, von denen wir Euch hier die wichtigsten Vorstellen möchten.

Die Ankunft: In der Ruhe, liegt die Kraft

Es ist nur verständlich, dass man am liebsten sofort mit dem neuen Familienmitglied kuscheln möchte – schließlich hat man wahrscheinlich auch schon Wochen darauf gewartet, dass der eigene Hund endlich einziehen darf. Doch lasst ihn erstmal in Ruhe ankommen. Am besten ist es, wenn ihr den Vierbeiner die neuen Räume alleine und in seinem Tempo erkunden lasst (natürlich nur, wenn ihr diese vorher hundesicher gemacht habt). Bedrängt ihn nicht und gebt ihm die Zeit, die er braucht, um Euch näher zu kommen. Ganz wichtig ist auch, dass ihr kein Mitleid mit dem Hund habt, auch wenn die meisten Hunde aus dem Tierschutz schreckliches erfahren haben. Diese Tiere brauchen einen starken Partner an ihrer Seite, der ihnen Sicherheit gibt. Soll heißen, dass ihr ihm nicht suggeriert „Och Du Armer“, sondern „Ich pass auf Dich auf!“

Auch wenn Freunde und Familie den Neuankömmling wahrscheinlich auch so schnell wie möglich begrüßen möchten, sollte dies erst passieren, wenn er sich schon eingelebt hat. In den ersten Tagen prasseln wahnsinnig viele Eindrücke auf den Hund ein, sodass er rasch überfordert sein kann. Priorität hat erstmal, dass er sich an Euch als Bezugsperson gewöhnt.

Die Gassigänge: Weniger ist mehr

Viele Leute glauben, dass Hunde aus dem Tierschutz auf jeden Fall viel Bewegung brauchen, weil sie in den Tierheimen keinen Auslauf hatten. Das trifft so erstmal nicht auf alle Hunde aus dem Tierschutz zu, und in den ersten Tagen sollten die Gassirunden generell bei jedem erstmal klein ausfallen. Denn die Fellnase kennt seine neue Umgebung ja noch gar nicht und sollte dies in Ruhe und in kleinen Schritten kennenlernen. Lieber geht ihr anfangs öfter mit ihm raus, dafür aber jeweils nur für kurze Zeit. Am besten, ihr nehmt zunächst auch immer dieselbe Route, damit der Hund sich schrittweise an alles gewöhnen kann. Das mag langweilig wirken, gibt ihm aber Sicherheit. 

Unter keinen Umständen solltet ihr den Vierbeiner ableinen! Zu hoch ist das Risiko, dass er sich erschreckt und abhaut. Und da er Euch noch nicht so gut kennt, wird er auch kaum auf Euch reagieren, wenn ihr ihn ruft. Viele Tierschutzorganisationen raten in den ersten Wochen auch zur sogenannten „doppelten Sicherung“ mit Sicherheitsgeschirr, Halsband und zwei Leinen.

Das Futter: Im Zweifelsfall trocken

Trockenfutter ist ergiebig, leicht zu portionieren und in der Regel günstiger, als Feuchtfutter. Deshalb wird in den meisten Tierheimen auch Trockenfutter verfüttert. Solltet ihr wissen, welche Sorte Euer Hund zuvor bekommen hat, bietet ihm im neuen Zuhause zunächst diese Sorte an. 
Dann hat er zum einen etwas Gewohntes und zum anderen, muss sein Verdauungstrakt sich nicht umstellen. Ist das vorherige Futter unbekannt, wählt eine leicht verdauliche Trockenfutter-Sorte. Und natürlich sollte immer reichlich frisches Wasser zur Verfügung stehen.

Den Napf solltet ihr an einer Stelle in der Wohnung platzieren, an der so wenig Leute wie möglich vorbei laufen, damit der Hund in Ruhe fressen kann. Ist diese Futterstelle einmal gewählt und vom Hund akzeptierte, solltet ihr diese auch nicht mehr wechseln.

Der Schlafplatz: Geborgenheit ist wichtig

Meist sind Tierschutzhunde, was den Schlafplatz angeht eher unkompliziert. Aber es gibt auch Fellnasen, die wahnsinnige Verlustängste haben und sich deshalb sicherer fühlen, wenn sie in der Nähe ihres neuen Herrchens oder Frauchens schlafen dürfen. Bietet dem Hund deshalb verschiedene Rückzugs- bzw. Schlaforte an. Viele Tierschutzhunde kennen beispielsweise Transportboxen und fühlen sich darin wohl. Generell sollte der Schlafplatz des Hundes an einem ruhigen, ungestörten Ort sein, wo der Hund sich entspannen kann (z.B. eine Ecke im Wohn- oder Schlafzimmer). Wenn der Hund sich an einen solchen Ort zurückzieht, lasst ihn dort auch unbedingt in Ruhe.

Die Registrierung: Ein Chip alleine reicht nicht

Ganz oben auf der To-Do-Liste sollte die Registrierung bei einem Haustierzentralregister wie „tasso“ sein. Denn nur, weil der Hund bereits gechipt ist, muss er nicht zwangsläufig schon dort mit seiner Nummer registriert sein. Dies ist enorm wichtig, falls er doch mal weglaufen sollte, damit er am Ende wieder an Euch zurückvermittelt werden kann.

Meldet Eure Fellnase auch gleich in der Anfangszeit in Eurem Wohnort an, damit sie ihre Steuermarke erhält. Erwähnt ruhig, dass es sich um einen Hund aus dem Tierschutz handelt, denn manche Gemeinden unterstützen das Adoptieren von Tierschutzhunden mit einer Steuervergünstigung.

Mit diesen Tipps solltet ihr nun bestens auf die Zeit mit Eurem neuen Familienmitglied vorbereitet sein. Aber am aller wichtigsten ist, dass ihr Euren Hund genau beobachtet und so liebevoll und freundlich wie möglich mit ihm umgeht.


Autor: Stephanie Becker

Instagram: die_hexe_und_der_hund

Stephanies Blog: www.hexeundhund.com

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