Listenhunde – Rassismus bei Hunden




Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale (...) . Die zur Abgrenzung herangezogenen Merkmale wie Hautfarbe, Körpergröße oder Sprache (...) gedeutet und nach Wertigkeit eingeteilt. Dabei betrachten Rassisten alle Menschen, die ihren eigenen Merkmalen möglichst ähnlich sind, grundsätzlich als höherwertig, während alle anderen (oftmals abgestuft) als geringwertig diskriminiert werden.

(https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus)



Als Kampfhunde im eigentlichen Sinne werden Hunde bezeichnet, die zu Tierkämpfen,

insbesondere zu Hundekämpfen, aber auch zu Kämpfen z.B. gegen Bullen gezüchtet, ausgebildet und eingesetzt wurden. Der Begriff bezeichnete ursprünglich keine bestimmte Hunderasse, sondern ein bestimmtes Einsatzgebiet. (https://de.wikipedia.org/wiki/Kampfhund)



Der Begriff „Hunderassismus“ fällt immer häufiger. Doch was ist Hunderassismus und wie definiert man ihn?

Wird ein Hunde böse oder sogar Aggressiv geboren? Nein! Der Mensch, der am Ende der Leine steht ist für das Verhalten des Hundes verantwortlich. Mit dem richtigem Umgang, Erziehung, Sozialisierung und viel Liebe, wächst jeder Hund, egal welcher Rasse, zu einem tollen Begleiter heran.

Selbst ein Hund der beliebten Rasse Labrador oder Golden Retriever kann in unerfahrenen oder falschen Händen zu einer „Kampfmaschine“ heranwachsen. Das bedeutet nicht, dass jeder Hunde dieser Rasse bösartig ist. Wir müssen aufhören Hunde gewisser Rassen mit Vorurteilen zu betrachten und anfangen jeden Hund als eigenes Individuum zu sehen. Jeder Hundehalter kann bestätigen das Hunde derselben Rasse nicht automatisch den selben Charakter teilen. Dabei spielen viele Faktoren ein, sowie die Gene der Elterntiere, die Sozialisierung in den ersten Wochen und die Erziehung durch die Halter.



“Die Gefährlichkeit eines Hundes lässt sich entgegen den Verordnungen der Länder nicht

rassespezifisch, sondern nur am Einzeltier feststellen. Die pauschale Stigmatisierung von

Hunderassen ist wissenschaftlich unhaltbar, weil sich jedes individuelle Hundeverhalten stets aus dem kombinierten Einfluss, von genetischer Disposition und verschiedensten Umwelterfahrungen entwickelt. Bestimmte Hunderassen in jedem Falle als gefährlich einzustufen, wird von führenden Sachverständigen als unzulässig beurteilt ”

(Dr. Dorit Feddersen-Petersen, Universität Kiel, Dr. Helga Eichelberg, Universität Bonn, Prof. Dr. J. Unshelm, Universität München). ”



Wir müssen uns immer bewusst sein, dass ein Hund in aller erster Linie ein Tier ist. Befriedigen wir die Bedürfnisse des Tieres (für Nahrung arbeiten), kommen die Bedürfnisse des Hundes (Sozial ausgeglichenes Rudel, klare Regel, eindeutige Hierarchie) und dann der Rasse dazu. Tuen wir dies nicht, ist der Hund unausgeglichen und lässt seinen Frust in unterschiedlicher Art raus.

Wir Menschen haben diese Rassen gezüchtet und ihnen eine Art „Bauplan“ in die DNA gepflanzt, damit sie bestimmte Fähigkeiten und ein bestimmtes Aussehen haben um Aufgaben zu erfüllen. Die Menschen sahen die Hunde damals als reine Arbeitstiere, wobei dies leider in Dritte Welt Ländern

immer noch so ist. Somit haben sie versucht den Hund für dessen Ausgabe zu perfektionieren. Dazu gehört auch das Kupieren der Rute und der Ohren. Das kupieren der Rute sollte den Jagdhunden einer höhere Beweglichkeit im Dickicht bieten, während das kupieren der Ohren Entzündungen durch Schlappohren verhindert sollte und um dem Wachhunden ein besseren Hörsinn zu ermöglichen, damit diese Wachsamer sind. Heutzutage kupieren die Menschen nur noch um dem Hund ein angestrebtes Aussehen zu verleihen.




Glücklicherweise ist das Kupieren in Deutschland verboten! Doch leider gibt es bis heute noch Züchter und Hundehalter die es verbotenerweise tun. Es wurde statistisch erwiesen, dass Hunde mit kupieren Ohren und Ruten in der Regel aggressiver gegenüber anderen Hunden und auch Menschen sind, weniger spielerisch und mehr dominant sind. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich Hunde auf Grund der Kupierung sich in der Kommunikation missverstehen und dadurch die Sozialisierung leidet. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4922641/#)

Hunde mit kupierten Ohren oder Ruten sind deshalb auch öfters in Beisserein verwickelt.



Ein Hund dessen Bedürfnisse erfüllt sind, bei einem liebevollen und erfahrenen Halter aufwächst ist kein Kampfhund, nur weil seine Rasse auf einer Liste steht, die sich der Gesetzgeber ausgedacht hat. Viele Halter von sogenannten Listenhunde, kämpfen tagtäglich mit Vorurteilen und Diskriminierung. Bürger wechseln die Straßenseite, die Halter werden kritisch gemustert, es hageln Beleidigungen und vieles mehr.

Wieso wird ein Hund verurteilt auf Grund seiner Rasse? Wenn der Halter sich verantwortlich

benimmt und seinen Vierbeiner gut erzogen hat, gibt es keinen Grund für solch ein Verhalten. Jeder Hund, egal welcher Rasse, sollte doch eine Chance bekommen, sich zu beweisen?

Die Beißstatistik von Berlin 2018 zeigt ganz klar, dass von 625 Fällen wo Menschen verletzt oder angesprungen wurden nur 43 von sogenannten Listenhunden verursacht wurden. Und von 450 Fällen wo nur Hunde verletzt wurden, 39 durch Listenhunden verursacht wurden.

(https://www.berlin.de/sen/verbraucherschutz/aufgaben/tierschutz/hundehaltung/hundebiss-statistik-314090.php)

Das bedeutet das von insgesamt 1.075 Fällen nur 7,63% Listenhunde involviert waren. Wieso und Weshalb es zu einer Beisserei oder zum Anspringen kam, wird in der Statistik nicht erwähnt.



Zugegeben, es gibt leider immer noch sehr viele Menschen, die sich einen Hund anschaffen

(vor allem ein Listenhund) um ihn als Statussymbol zu benutzten ohne sich mit ihm auseinander gesetzt zu haben. Jedoch dürfen wir auf Grund dessen nicht alle Listenhunde und deren Halter in eine Schublade stecken. Das bedeutet, diese Hunde sind nicht von Natur aus böse oder gefährlich!

Wir Menschen haben die Hunde domestiziert und in unsere Zivilisation geholt, das bedeutet wir sind für die Hunde verantwortlich. Wir müssen die Verantwortung übernehmen und JEDEM Hund die nötige Führung geben.



Hundeführerschein für alle Pflicht?

Eine optimal Lösung und somit stände eine Abschaffung der Rasseliste nichts mehr im Weg. Perfekt

wäre es natürlich, wenn sich wirklich jeder Hundehalter ordnungsgemäß und Verantwortlich

verhalten würde. Schleswig-Holstein hat es vorgemacht. Dort existieren seit 2016 keine Rasselisten

mehr. Jeder Hund wird rassenunabhängig beurteilt und wahrgenommen.



Wie gehen wir mit Hunderassismus um?

Die einzige Möglichkeit die uns bleibt ist Aufklärung. Wir müssen schon unseren Kindern

beibringen das Hunde kein Spielzeug sondern Lebewesen sind und das diese nicht wie Menschen

kommunizieren. Bringen wir der nächsten Generation bei, wie man mit Hunden umgeht und diese

liest und versteht, können wir verhindert das es in Zukunft zu Beißvorfällen kommt.

Wir müssen unseren Mitmenschen beibringen, dass nur weil ein Hund der Rasse Pitbull oder

Rottweiler angehört, noch lange nicht ein gefährlicher Kampfhund ist.

Ich würde mir wünschen, dass unsere Bürger und Bürgerinnen offener gegenüber dem Thema

Listenhund/ Hunderassismus stehen und sich nicht von den Medien zu sehr beeinflussen lassen und

nicht so voreingenommen wären. Denn es ist einfacher eine ganze Gruppe in eine Schublade zu

stecken, dass die einzelnen Individuum zu betrachten.



Autor: Anja Rzyska

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