Was genau ist eigentlich Tierphysiotherapie?


Habt ihr auch einen Hund oder eine Katze? In der heutigen Zeit zählen unsere Tiere nicht nur

als treuer Begleiter, sondern vielmehr als ein vollwertiges Familienmitglied. Oftmals merken

unsere Vierbeiner bereits frühzeitig, wenn es uns mal nicht so gut geht und sind dann stets an unserer Seite. Aber bemerken wir eigentlich immer, ob es unseren Liebsten an etwas fehlt oder es ihnen seelisch wie körperlich gut geht? Viele Besitzer können die Signale ihres Tieres oft nicht richtig deuten, oder wir schenken einem Anzeichen zu wenig Beachtung. Als ausgebildete Tierphysiotherapeutin beschäftige ich mich genau mit diesen Themen. Aber was genau versteht man eigentlich unter dem Begriff Tierphysiotherapie? Wie man sich das Ganze vorstellen kann, möchte ich euch nun etwas näher bringen.


Für die meisten Menschen ist es üblich, bei chronischen Beschwerden, akuten Schmerzen,

muskulären Verspannungen oder bei statischen Problemen einen Arzt aufzusuchen. Dort wird nach einem Gespräch, einer Untersuchung und möglichen Tests eine Diagnose ermittelt. Je nach Diagnose des Arztes erhält man dann oft ein Rezept für die Physiotherapie, um die Ursache der Problematik zu beheben und bei akuten Beschwerden eine Erleichterung zu verschaffen. Unseren Tieren geht es da nicht anderes, nur dass sie uns nicht auf direktem Weg sagen können, wo und was genau das Problem ist. Wie bei den oben genannten Beschwerden, ist der erste Gang oftmals zum Tierarzt. Es folgt freudiger Weise immer häufiger die Empfehlung des Tierarztes, die Behandlung eures Tieres durch physiotherapeutische Anwendungen zu unterstützen. Die Tierphysiotherapie kann also einen Besuch beim Tierarzt in der Regel nicht vollständig ersetzen, aber eine Behandlung unterstützen und eine Linderung der Schmerzen herbeiführen. Ihr seid dabei nicht auf ein Rezept angewiesen, sondern könnt euch jederzeit dazu entscheiden, eurem Tier eine Erleichterung durch verschiedenste Methoden zu verschaffen.


An diesem Punkt komme ich als Tierphysiotherapeutin ins Spiel. Die Physiotherapie beruht auf einer äußerlichen Anwendung eures Tieres, daher sind meine manuellen Fertigkeiten um so mehr gefragt und meine Hände mein wichtigstes Werkzeug. Damit kann ich nicht nur die

Energie des Tieres spüren, sondern ertaste auch die Beschaffenheit des Felles, sowie mögliche muskuläre Verspannungen, Verklebungen im Gewebe und andere Veränderungen wie z.B. der Temperatur einzelner Körperteile. Wichtig ist hierbei, ob akute Schmerzen des Tieres bestehen. Ist das der Fall, hat dies absolute Priorität. Nun kann man einem Hund im Vergleich zu einem Menschen schlecht sagen, was man in der Behandlung tun möchte, und dass es unter anderem bei Dehnungen einer Muskelgruppe zu kurzen Schmerzmomenten kommen könnte. Was tut man dann, um dem Tier die Behandlung so angenehm wie möglich zu machen?

Genau aus diesem Grund, ist es besonders wichtig mit sanften Methoden zu arbeiten. Die

Therapie sollte möglichst in einer ruhigen Atmosphäre stattfinden mit wenig Störfaktoren, einer weichen Unterlage und in einer Position, die für das Tier am angenehmsten ist. Um erstmaliges Vertrauen aufbauen zu können, ist es wichtig selbst ruhig zu sein, damit ein Gefühl von Ruhe und Sicherheit vermittelt werden kann. Daher beginne ich eine Massagebehandlung immer mit einer Effleurage, bevor sich weitere Techniken anschließen. Was ist denn jetzt eine Effleurage?

Dies sind Ausstreichungen, bei denen ich mit beiden Händen mit den Handflächen vom Kopf in Richtung des Herzens, über den Brustkorb und an den Gliedmaßen entlang bis zu den Pfoten streiche. Diese Methode hat eine entspannende Wirkung auf den Körper, ist für die Durchblutung anregend und man kann genau beobachten, wie sich die Atmung des Tieres ruhig und gleichmäßig einstellt. Nach Abschluss der ersten Anwendung schließen sich, je nach Diagnose und Problematik, verschiedene Techniken an. Diese können Massagetechniken wie Bindegewebsmassage, Lymphdrainage, Colonmassage oder eine Narbenbehandlung sein.

Darüber hinaus können unterstützend physikalische Reize, wie Wärme und Kälte, Druck, Strom oder Strahlung zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Was wir bereits aus der

Krankengymnastik im Humanbereich kennen, kann auch im Tierbereich durch gezielte Übungen für den Muskelaufbau, der Koordination und Ausdauer angewandt werden. Weitere Inhalte in der Tierphysiotherapie sind die Anregung des Stoffwechsels und der Durchblutung, sowie eine Verstärkung des Bewusstseins der Bewegung zu schaffen und eine Wiederherstellung, Verbesserung oder den Erhalt der Gelenkmobilität durch passives oder aktives Bewegungs- und Gerätetraining zu ermöglichen. Um eine langfristige Verbesserung des Zustandes des Tieres zu erzielen, ist nicht nur eine regelmäßige Behandlung notwendig, sondern auch das

häusliche Umfeld, die Ernährung, sowie bestimmte Verhaltensweisen im Alltag. Diese sind

ebenso zu betrachten und gegebenenfalls anzupassen. Kurzum - ein ganzheitliches Arbeiten ist unumgänglich!

Wie ihr seht ist die Tierphysiotherapie eine Alternative und/oder eine sinnvolle Ergänzung zu

medikamentösen oder operativen Therapien und findet Anwendung in den Bereichen der

Prävention, Therapie und Rehabilitation. Primär steht der Bewegungsapparat im Vordergrund und zielt darauf ab, Störungen der Muskeln, Gelenke und des Skelett-Systems, wie zum Beispiel bei einer Hüftgelenksdysplasie, zu beheben.

Ich habe mir ein Ziel gesetzt und möchte dazu beitragen, den Tieren wieder mehr

Lebensqualität und Lebensfreude zu ermöglichen. Falls euch meine Arbeit interessiert und ihr weitere Behandlungsmethoden kennenlernen wollt, dann stehe ich euch gerne für weitereFragen zur Verfügung.


Magdalena Schunk

Instagram: magdalena.schunk

Email: Magdalena.Schunk@t-online.de

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